Rupert Hollaus Weltmeister Event 2021 in Traisen!

Zum 90. Geburtstag des einzigen österreichischen Motorrad Weltmeisters Rupert Hollaus veranstaltete seine Heimatgemeinde Traisen erneut eine Sonderausstellung und das ist der Beweis, dass er nicht vergessen wurde!
(Bericht und kurzer Lebenslauf von Manfred Schiemer)

Originaler Helm, sowie Brille, Handschuhe und Gasgriff von Rupert

Hollaus, die er beim Todessturz am 11. September 1954 in Monza trug!

Rupert errang seine Weltmeisterschaft auf und durch NSU

hier ein kurzer Lebenslauf:

Rupert wurde am 4. September 1931 in Traisen (18 Km von St.Pölten
entfernt in Niederösterreich) geboren. Da sein Vater eine Werkstätte
besaß und sehr gerne die Motorradrennen auf den Straßen und der
Trabrennbahn im nahen St.Pölten besuchte, kam er früh mit dem Rennsport
in Kontakt. Dort wohnte auch Alex Mayer, ein sehr bekannter Rennfahrer
der Nachkriegsjahre. Er hatte eine rote Moto Guzzi Rennmaschine aus der
Vorkriegszeit sie war die einzige Maschine dieser Art in Österreich und
wurde vom vielfachen österreichischen Staatsmeister, Leonhard Fassl im
Krieg versteckt und kaufte sich 1950 eine Albatros aus Turin. Der 19
Jahre alte Rupert fuhr mit der Guzzi aus dem Jahre 1934 seine ersten
Straßenrennen in Korneuburg, Stockerau und Gmünd. In Gmünd gewann er den
Juniorenlauf und stieg ein Jahr später er auf Mayers Albatros um und
fährt auch dessen 125 ccm Mondial. Außerdem kauft er sich eine 350 ccm
Norton und beginnt seinen Erfolgslauf 1953. Sein Vater als Mechaniker
begleitet ihn zu jedem Rennen und überall, wo Rupert mit seinen 3
Maschinen erscheint fährt er aufsehenerregend.

Er dominiert in der 350er – Klasse und wird Staatsmeister, bei
internationalen Teilnahmen belegt er gute Plätze und wird oft bester
Privatfahrer. Er siegt in Parma (Italien), St.Wendel (Frankreich),
Zandvoort (Holland) und zeigt kräftig bei den Läufen zur deutschen
Meister-schaft auf. 19. Juli 1953: GP von Deutschland (Rund um Schotten)
wird er in der 250 ccm Klasse Sechster und erweckt das Interesse der
Verantwortlichen des NSU Rennteams! Ende 1953 kommt Rupert im letzten
Weltmeistschaftslauf im GP von Spanien in den Sattel einer NSU Rennfox
und wird als einziger NSU Fahrer Dritter! Es war ein sehr dramatisches
Rennen: Weltmeister Haas stürzt und sein Rivale Ubbiali hat nach einer
Rekordrunde Motorschaden Hollaus erhält einen fixen Platz im NSU
Rennteam.

Beim ersten Rennen 1954 am Hockenheimring wird er Vierter hinter
Haas, Baltisberger und Müller. Beim nächsten Rennen, dem Eifelrennen
siegt er erstmals vor Haas! Beim ersten WM Lauf in Frankreich wird er
Dritter und feiert beim berühmten Isle of Man in der 125 ccm Klasse
einen sensationellen Sieg. Am 30. Juni 1954 wird ihm in seiner
Heimat-gemeinde Traisen ein triumphaler Empfang bereitet, da er auch den
GP von Nordirland mit einer halben Minute Vorsprung gewinnt. Kurz
darauf siegt er mit 8 Sekunden Vorsprung bei der Holländischen Tourist
Trophy und auch sein viertes Rennen, den GP von Deutschland gewinnt er
und hat somit den Weltmeistertitel in der Tasche! Die nächsten Erfolge
feiert er in Nürnberg (Norisring) und dies bei starkem Regen, sowie in
Bremgarten (Bern), wo er ebenfalls bei Regen Müller und Haas fast eine
Runde abnimmt. Ebenfalls gewinnt er das Eilenriede Rennen in Hannover
und katapultiert sich an die Spitze der internationalen Extraklasse!
Dann Monza: Es ist Samstag, der 11. September 1954, kurz nach 9 Uhr als
die Rennstrecke in Monza (Italien) für das Abschlusstraining frei
gegeben wird. Nach einer Bestzeit von Ubbiali geben Hollaus, H.P.Müller
und Haas nochmals das Beste, aber in der zweiten Lesmokurve kommt Rupert
schwer zu Sturz und verstirbt trotz aller ärztlichen Kunst um 17 Uhr!
Der bisher einzige österreichische 125 ccm Motorradweltmeister auf NSU
wird am 18. September 1954 in Traisen in einem Ehrengrab begraben. NSU
zieht sich aus dem offiziellen Rennsport zurück und ganz Österreich
trauert!

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